Rechtsanwalt Dirk Vollmer
-    die digitale Kanzlei für Familienrecht und Erbrecht in Karlsruhe

erbrecht.


Im Erbrecht berate ich Sie über Ihre Ansprüche und Pflichten – nicht erst nach einem Erbfall.

Gerade im Erbrecht ist die vorausschauende, vorsorgliche Beratung wichtig, etwa im Vorfeld der Errichtung einer letztwilligen Verfügung (Testament oder Erbvertrag) oder einer Vorsorgevollmacht.

Um Ihr Familienvermögen langfristig zu erhalten, sollten Sie Ihre Erbfolge frühzeitig planen. In grenzüberschreitenden Fällen gibt es einige Besonderheiten zu beachten, trotz den vereinfachenden Regelungen der europäischen Erbrechtsverordnung. Beispielsweise muss die nun großzügig erlaubte Auswahl des anwendbaren Rechts (Rechtswahl) auch ausgeübt werden, und zwar vom Erblasser unter Beachtung bestimmter Formvorgaben.

Nach Eintritt des Erbfalles gilt es vieles zu bedenken. Zusätzlich zur Trauerarbeit muss eine ganze Reihe von Aufgaben bewältigt werden. Oft kommen noch Meinungsverschiedenheiten dazu, die oft auf Missverständnissen, Unwissen oder falschen Erwartungen beruhen. 

Die meisten Konflikte im Erbrecht, die letztlich in langwierigen Gerichtsverfahren münden und heillos verfahren sind, hätten durch frühzeitige Information und deeskalierende Ansätze vermieden werden können. Dazu gehört für mich im Einzelfall auch die Empfehlung einer Mediation, bei der ich meine Mandanten im Erbrecht begleitend berate.


Erbrecht ist mehr als Bestimmung der Erbfolge

Die Anordnungen in einem Testament können sehr vielgestaltig sein. Ich nehme mir Zeit zum Zuhören, damit ich Ihre Vorstellungen genau kenne. Nur so kann ich mit Ihnen die beste Lösung für Ihre Familie erarbeiten. Welche Personen sollen begünstigt sein und sollen diese frei entscheiden dürfen über die Verwendung von Nachlassgütern? Gibt es eine Person, die eher nicht Erbe werden soll, sondern nur den Pflichtteil bekommen soll? Oder es wird die gesetzliche Erbfolge beibehalten und Ihren Gestaltungswünschen im Erbrecht auf andere Weise Rechnung getragen, beispielsweise durch Vermächtnisanordnungen oder Anordnung einer Testamentsvollstreckung.


Anwaltliche Beratung nach einem Erbfall

Gerade im Erbrecht ist die emotionale Belastung für alle Beteiligten enorm. Ich gebe Ihnen deshalb nicht nur Auskunft zu ersten Rechtsfragen sondern auch praktische Hinweise, welche Schritte als nächstes anstehen. In der Beratung gehe ich individuell auf Ihre Situation und Ihre Fragen ein. Ich bin seit 2020 Fachanwalt für Erbrecht, verfüge damit nachweislich über besondere Kenntnisse und Erfahrung im Erbrecht.

Gibt es eine letztwillige Verfügung des Verstorbenen, muss diese beim Nachlassgericht abgeliefert werden. Dieses nimmt das Original zur Akte und setzt die Beteiligten vom Inhalt in Kenntnis. 

Ist das Nachlassvermögen hinreichend vor unbefugten Zugriffen geschützt? Im Erbrecht ist die Sicherung des Vermögens grundsätzlich Privatsache, im Ausnahmefall kann das Nachlassgericht eine Nachlasspflegschaft anordnen, vor allem bei unbekannten Erben. Sollte die Vermutung bestehen, dass der Nachlass verschuldet war, ist die frühzeitige Beratung durch einen Anwalt sinnvoll um die Möglichkeit der Ausschlagung zu prüfen. Sonst bleiben nur wenige Chancen zur Haftungsbeschränkung im Erbrecht, z.B. durch Beantragung der Nachlassverwaltung.




Wichtige Begriffe im Erbrecht

PFLICHTTEIL

  • Im deutschen Erbrecht ist damit ein Anspruch auf Geldzahlung (nicht: Pflichtanteil bzw. Quote am Nachlass) gemeint, der demjenigen zusteht, der im Falle der gesetzlichen Erbfolge als Erbe berufen wäre, jedoch wegen einer letztwilligen Verfügung des Erblassers nicht zum Zuge gekommen ist. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, wobei der Nettonachlass aus bestimmten Billigkeitsgründen im Einzelfall korrigiert werden kann zur Berechnung des Pflichtteils.

VORWEGGENOMMENE ERBFOLGE

  • Zu Lebzeiten wird Vermögen unentgeltlich übertragen auf eine potenziell erbberechtigte Person. Die Vermögensübergabe „mit warmer Hand“ ist grundsätzlich anzuraten, um die Freibeträge bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer, die sich alle 10 Jahre erneuern, sinnvoll auszunutzen. Häufig möchte sich der Übergeber bis zu seinem Ableben den wirtschaftlichen Zugriff sichern. Im Falle einer Immobilie geschieht dies häufig durch Nießbrauchsvorbehalt, d.h. der bisherige Eigentümer behält insbesondere das Recht zur Ziehung von Nutzungen (Miete, Pacht oder Eigengebrauch).

NACHLASSSPALTUNG

  • Der Begriff beschreibt ein Phänomen, dass seinen Ursprung im Internationalen Privatrecht (IPR) hat. Nach dem deutschen EGBGB galt bis vor Kurzem einheitlich das Staatsangehörigkeitsprinzip, d.h. für einen deutschen Erblasser kommt grundsätzlich das deutsche materielle Erbrecht zur Anwendung. Hat der Fall Berührung zum Recht eines anderen Staates (z.B. dortiges Bankkonto oder Grundvermögen), ist möglich, dass das dortige IPR eine andere Anknüpfung hat, insbesondere den Belegenheitsort einer Immobilie – dann ist aus Sicht der deutschen Rechtsordnung der Nachlass „gespalten“, denn er unterfällt insoweit dem Rechts des jeweils anderen Staates und nur für den übrigen Nachlass ist deutsches Erbrecht anwendbar. Durch die EU-Erbrechtsverordnung (siehe unten) haben sich für innereuropäische Fälle wichtige Änderungen ergeben, sodass eine Nachlassspaltung meist vermieden wird. Hatte der Erblasser jedoch Vermögen im außereuropäischen Ausland, kann es weiterhin zu einer Nachlassspaltung kommen, beispielsweise wenn er seinen letzten Wohnsitz in Europa hatte und Immobilien und andere Vermögenswerte in den USA besaß.

ERBRECHTSVERORDNUNG DER EU

  • In grenzüberschreitenden Fällen bestimmt die Erbrechtsverordnung der Europäischen Union (Verordnung (EU) Nr. 650/2012 vom 04.07.2012) für alle Erbfälle ab dem 17.08.2015 welches Recht zur Anwendung kommt. Anknüpfungspunkt ist der letzte Wohnsitz des Erblassers. Eine abweichende Rechtswahl ist möglich, sogar im eigenhändigen Testament. Das ist im Einzelfall anzuraten, wenn ungewollte Ergebnisse vermieden werden sollen. Verfügungen, die vor dem 17.08.2015 getroffen wurden, bleiben auch nach diesem Datum zulässig und wirksam, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Mit der Verordnung wurde erstmalig ein Europäisches Nachlasszeugnis eingeführt.

ZENTRALE REGISTER DER BUNDESNOTARKAMMER

  • Seit 2003 gibt es das Zentrale Vorsorgeregister. Dort können Vorsorgevollmachten und die Daten der Vollmachtgeber und Bevollmächtigten gespeichert werden, die dann bundesweit für die Betreuungsgerichte schnell abrufbar sind. 2012 ist das Zentrale Testamentsregister hinzugekommen. Für das im Erbfall zuständige Nachlassgericht wird damit die schnelle Auffindbarkeit gewährleistet. Gespeichert werden nur die Verwahrdaten, nicht der Inhalt der letztwilligen Verfügung. Automatisch geschieht die Anmeldung bei einer öffentlichen Beurkundung durch einen Notar. Es können aber auch privatschriftliche Testamente dort aufgenommen werden, wenn sie in die besondere amtliche Verwahrung gegeben werden. Zuständig ist die Testamentsabteilung beim Amtsgericht als Nachlassgericht.


 
 
 
 
E-Mail
Anruf
Karte
Infos
LinkedIn