Rechtsanwalt Dirk Vollmer
-    die digitale Kanzlei für Familienrecht und Erbrecht in Karlsruhe

erbe


Mit dem Tode einer Person geht deren Vermögen (Erbe, Erbschaft, Nachlass) als Ganzes auf eine oder mehrere Personen über. Wer das Erbe annehmen möchte, erklärt dies gegenüber dem Nachlassgericht oder beantragt gleich einen Erbschein. Man muss aber nicht zwingend aktiv werden, denn es gilt das Prinzip des Vonselbsterwerbs.

Mehrere Personen bilden eine Erbengemeinschaft. Die Erbengemeinschaft ist eine Gesamthandsgemeinschaft, das heißt diese darf über Erbschaftsgegenstände grundsätzlich nur gemeinschaftlich verfügen.

"Erbe werden ist nicht schwer, Erbe sein mitunter sehr" 

Nur ausnahmsweise ist das Handeln eines Einzelnen ausreichend, zum Beispiel bei Vorliegen einer Nachlassvollmacht oder in den Fällen, in denen die Gerichte das Handeln einer Mehrheit von Erben genügen lassen.


Weshalb sollte man als Erbe gleich zum Anwalt?

Ich berate Sie über Ihre Rechte und Pflichten. Ich weiß, welche Angaben und Urkunden das Nachlassgericht benötigt, um einen Erbschein zu erteilen. Ich helfe Streit innerhalb der Erbengemeinschaft zu vermeiden durch frühzeitige Erbauseinandersetzungsvereinbarungen. Bei Konflikten im Erbrecht entwickele ich mit Ihnen faire und tragfähige Lösungen und vertrete, soweit erforderlich, Ihre Interessen kompetent und mit Nachdruck bei Gericht.



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Braucht jeder Erbe einen Erbschein?

In manchen Fällen wird ein Erbschein benötigt zum Nachweis der Rechtsnachfolge. Den Antrag auf Erbscheinserteilung kann jeder Erbe stellen mit Wirkung für alle Miterben. Ein Erbschein ist allerdings entbehrlich, wenn sich die Erbenstellung bereits aus einem notariell beurkundeten Testament oder aus einem Erbvertrag ergibt. Als Erbnachweis dient dann eine beglaubigte Abschrift des Testaments bzw. Erbvertrages, jeweils nebst Eröffnungsprotokoll in beglaubigter Abschrift. Gehören Grundstücke zum Nachlass, muss der Erbe für eine Berichtigung des Grundbuchs sorgen. Diese ist innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall gebührenfrei möglich. Bei Fällen mit Nachlassvermögen im Ausland kann (ggf. auch zusätzlich) ein Europäisches Nachlasszeugnis beantragt werden.


Wie wird das Erbe verteilt (sog. Erbauseinandersetzung)?

Innerhalb der Erbengemeinschaft kann jeder die Erbauseinandersetzung, das heißt die Verteilung des Nachlasses, verlangen – falls und soweit diese nicht durch Testament oder andere letztwillige Verfügungen des Erblassers untersagt oder durch Vereinbarung ausgeschlossen ist. Die Erbauseinandersetzung erfolgt im eigenen Interesse. Das Nachlassgericht wird insoweit nicht tätig.


Erbe muss den Nachlass ermitteln

Oft erhält der Erbe Angaben nur, wenn er einen Erbschein oder eine Vollmacht des Erblassers vorlegen kann. Der Alleinerbe hat es vergleichsweise einfach. Er informiert sich im eigenen Interesse über den jeweiligen Bestand des Nachlasses und muss allenfalls dem Nachlassgericht und der Finanzverwaltung eine Aufstellung über das ererbte Vermögen präsentieren. 

Ist hingegen eine Person zum Pflichtteil berechtigt, muss der Erbe bzw. die Erbengemeinschaft auf Verlangen alles exakt auflisten. Nachlass ist das gesamte Vermögen, das der/die Verstorbene hinterlassen hat – einschließlich etwaiger Schulden. Bei der Erbengemeinschaft muss zwangsläufig umfassend Auskunft eingeholt werden, bevor die Nachlassgegenstände verteilt werden können.


Für die Erbauseinandersetzung gelten gesetzliche Teilungsregeln

Gesetzliche Teilungsregeln für die Erbauseinandersetzung sind zum Beispiel: Vor der Verteilung des Nachlasses sind etwaige Verbindlichkeiten zu berichtigen, zum Beispiel etwaige Bankschulden, Erbschaftssteuern oder Ansprüche auf Pflichtteil. Gegenstände, die nicht in Natur geteilt werden können, müssen versteigert werden, falls man sich nicht auf einen Verkauf einigt. Etwaige Teilungsanordnungen des Erblassers haben Vorrang vor den gesetzlichen Teilungsregeln. 

Klagt ein Erbe auf Erbauseinandersetzung, müssen diese Vorgaben beachtet werden. Sind sich jedoch alle einig, kann man sich innerhalb der Erbauseinandersetzungsvereinbarung über gesetzliche Vorgaben und Teilungsanordnungen hinwegsetzen. 

Hat ein Erbe bereits zu Lebzeiten Vermögen erhalten, kann dies auf seinen Anteil anzurechnen sein. Geschwister, die zu Lebzeiten ungleich beschenkt worden sind, können gegebenenfalls untereinander eine Ausgleichung verlangen. Weitere Informationen zum Erbrecht finden Sie auch auf Anwalt.org.


In welchem Umfang haftet der Erbe?

Der Erbe ist Rechtsnachfolger des/der Verstorbenen. Er tritt in sämtliche Rechte und Pflichten ein und übernimmt grundsätzlich auch alle Verpflichtungen. Der Erbe haftet mit seinem Vermögen, und zwar nicht nur mit dem Nachlassvermögen, sondern grundsätzlich auch mit seinem Eigenvermögen. Im Einzelfall muss der Erbe bzw. die Erbengemeinschaft erbrechtliche Maßnahmen zur Haftungsbeschränkung ergreifen.


Wenn jemand gar nicht Erbe werden will?

Wenn jemand nicht Erbe werden will, z.B. bei einem erkennbar überschuldeten Nachlass, muss aktiv werden und das Erbe innerhalb einer bestimmten Frist und Form ausschlagen, gegebenenfalls auch als Vertreter für die eigenen minderjährigen Kinder. 

Ausschlagung

Wichtig:  In der Regel dauert die Ausschlagungsfrist nur 6 Wochen und beginnt mit der Kenntnis vom Erbfall und dem eigenen Erbrecht.


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