Rechtsanwalt Dirk Vollmer
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testamentsvollstreckung und nachlassverwaltung


Die Ermittlung des Nachlassvermögens und die Verteilung unter den Miterben ist Sache der Erben. Dass eine Person mit Aufgaben der Testamentsvollstreckung oder Nachlassverwaltung betraut wird, ist also nicht der gesetzliche Regelfall.


Was bedeutet Testamentsvollstreckung?

Durch Testament oder Erbvertrag kann der Erblasser anordnen, dass ein Testamentsvollstrecker seine Verfügungen von Todes wegen ausführen soll. Mit der Testamentsvollstreckung kann er den Erben also in bestimmtem Umfang die Möglichkeit, über den Nachlass zu verfügen, entziehen. 

Inhalt der Testamentsvollstreckung und Umfang der Tätigkeit des Testamentsvollstreckers ergeben sich aus den einzelnen Festlegungen des Erblassers in der letztwilligen Verfügung. Das Amt des Testamentsvollstreckers kann jede natürliche Person ausüben, auch ein Miterbe sowie jede juristische Person, wie z.B. eine Bank oder eine Treuhandgesellschaft.


Arten der Testamentsvollstreckung

Es gibt die reine Abwicklungsvollstreckung, die Dauer-Testamentsvollstreckung (beispielsweise solange ein Vorerbe lebt) oder verschiedene Kombinationen aus beidem. Es kommt auf die Anordnungen des Erblassers an. 

Wenn keine besonderen Regelungen zur Testamentsvollstreckung getroffen wurden, so gehört zu den Aufgaben des Testamentsvollstreckers die Ausführung der letztwilligen Verfügungen des Erblassers und – bei einer Erbengemeinschaft – jedenfalls die Auseinandersetzung unter den Miterben. Deshalb bietet sich die Testamentsvollstreckung als Dauervollstreckung besonders in den Fällen an, in denen der Erblasser über seinen Tod hinaus die Befolgung seiner Anordnungen wünscht oder das zu vererbende Vermögen nicht frei verfügbar machen will. 

Beispielsweise ist die Testamentsvollstreckung sinnvoll zum Schutz von Erben, die aufgrund von Erkrankungen labil sind und bei denen die Gefahr der Verschwendung besteht. Denn anders als beim Pflichtteil (dort höchstpersönliches Recht zur Geltendmachung) fällt die Erbschaft automatisch an und der Erbe ist verpflichtet, dem Treuhänder den Vermögenserwerb zu melden, denn ansonsten wird ihm die Restschuldbefreiung versagt und das angestrebte Ziel des Insolvenzverfahrens wird nicht erreicht.



Wie ist der übliche Ablauf einer Testamentsvollstreckung? 

Ist Testamentsvollstreckung in Form der Auseinandersetzungsvollstreckung angeordnet, bestellt das Nachlassgericht den vom Erblasser benannten Vollstrecker oder wählt einen aus. Der Vollstrecker wird zunächst den Nachlassbestand ermitteln, Wertgegenstände in Besitz nehmen und verwahren und ein Vermögensverzeichnis erstellen. 

Bis zur endgültigen Aufteilung des Nachlasses übt der Testamentsvollstrecker die Befugnisse des/der Erben aus. Er erfüllt Vermächtnisse und Ansprüche auf Pflichtteil und muss etwaige Nachlassgläubiger befriedigen. Sodann wird für die Testamentsvollstreckung ein Teilungsplan erstellt und nach Anhörung der Erben vollzogen. Der Vollstrecker hat sehr weitreichende Befugnisse und das Nachlassgericht kann nur in Ausnahmefällen einschreiten. Beispielsweise dürfen keine Nachlassgegenstände verschenkt werden. 

Das Amt des Testamentsvollstreckers endet mit der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft, es sei denn es ist Testamentsvollstreckung für längere Dauer angeordnet.


Ich verfüge über viel Erfahrung im Bereich Testamentsvollstreckung und Nachlassverwaltung sowie Nachlasspflegschaft einschließlich Erbenermittlung im In- und Ausland. Das jeweilige Amt wird von mir selbst ausgeübt, ansonsten berate und vertrete ich Testamentsvollstrecker und Nachlassverwalter bei deren Aufgabenerfüllung.



Testamentsvollstreckung beim Behindertentestament

Hat der Erblasser ein behindertes Kind, das möglicherweise dauerhaft Sozialleistungen beiziehen wird, macht es Sinn, das Erbe zu beschränken durch Anordnung einer dauerhaften Testamentsvollstreckung. So kann vermieden werden, dass das Vermögen an den Staat fällt und gleichzeitig wird gesichert, dass behinderte Kinder – im Rahmen anrechnungsfreier Zuwendungen – trotzdem in den Genuss von Begünstigungen kommen.


Was ist die Nachlassverwaltung?

Die Nachlassverwaltung ist eine besondere Form der Nachlasspflegschaft. Sie dient allerdings nicht nur der vorläufigen Sicherung des Nachlassvermögens, sondern der Befriedigung der Nachlassgläubiger und führt gleichzeitig zu einer Haftungsbeschränkung. Der Erbe haftet für Nachlassverbindlichkeiten dann nur noch mit dem Nachlassvermögen und nicht mehr mit seinem übrigen Privatvermögen. Nachlassverwaltung ist deshalb beispielsweise bei einem extrem unübersichtlichen Nachlass zu empfehlen. 

Anders als die Testamentsvollstreckung wird die Nachlassverwaltung nicht vom Erblasser angeordnet, sondern es bedarf eines Antrages des/der Erben. Die Anordnung kann auch auf Antrag eines Nachlassgläubigers erfolgen, wenn ausreichend Masse zur Verfügung steht und zu befürchten ist, dass die Befriedigung der Nachlassgläubiger aus dem Nachlass durch das Verhalten oder die Vermögenslage des Erben gefährdet wird.


Was kann ich in diesem Bereich für Sie tun?

Wegen meiner langjährigen Erfahrung und meinen besonderen Kenntnissen darf ich mich seit 2020 Fachanwalt für Erbrecht nennen.

  • Sollten Sie selbst Testamentsvollstrecker sein, biete ich Ihnen kompetente Beratung und Vertretung im Rahmen Ihrer Testamentsvollstreckung, führe auf Wunsch die Kommunikation mit dem/den Erben.
  • Falls Sie als Erblasser erwägen, in Ihrem Testament Testamentsvollstreckung anzuordnen und mir die Aufgaben des Testamentsvollstreckers anvertrauen möchten, werde ich die Anordnungen mit Ihnen genau besprechen, damit ich Ihren Willen nach Ihrem Tode bestmöglich umsetzen kann.
  • Wenn Sie als Erbe oder Nachlassgläubiger einen Antrag auf Anordnung der Nachlassverwaltung stellen möchten, können Sie mich im Antrag ans Nachlassgericht als Nachlassverwalter vorschlagen.


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