Rechtsanwalt Dirk Vollmer
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scheidungsrecht


Das Scheidungsrecht regelt die Voraussetzungen für die Ehescheidung und das Verfahren. Es gilt das Zerrüttungsprinzip.

Eine Ehe kann regelmäßig erst dann geschieden werden, wenn die Ehegatten seit einem Jahr getrennt leben. Dann besteht eine gesetzliche Vermutung für die Zerrüttung, also das Scheitern der Ehe. Lesen Sie zum Scheidungsrecht auch den Blogbeitrag Scheidung – wie läuft das Verfahren bei Gericht?


einvernehmliche Scheidung

Das deutsche Scheidungsrecht kennt die einvernehmliche Scheidung und die streitige Scheidung. Der Begriff einvernehmliche Scheidung meint aber nicht, dass sich die Ehegatten über alle Trennungsfolgen und Scheidungsfolgen einig sind, sondern beschreibt im Scheidungsrecht die Fälle, in denen der andere Ehegatte der Scheidung zustimmt oder sich mit einem eigenen Antrag anschließt, sich also nicht gegen den Scheidungsantrag zur Wehr setzt.

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Lässt das Scheidungsrecht die Scheidung mit nur einem Anwalt zu?

Viele Ehegatten denken, einvernehmliche Scheidung bedeutet, sie könnten beide einen (gemeinsamen) Anwalt beauftragen. Das Scheidungsrecht lässt zwar die einvernehmliche Scheidung mit nur einem Anwalt zu. Gemeint ist damit aber nur, dass der sonst bestehende Anwaltszwang nur für den Antrag stellenden Ehegatten gilt und der andere Ehegatte, der dem Scheidungsantrag bloß zustimmen will und sonst auch keine eigenen Anträge stellen will, ausnahmsweise nicht auch anwaltlich vertreten sein muss.


Kann der Anwalt im Scheidungsrecht beide Ehegatten vertreten?

Nein. Ein Rechtsanwalt ist immer parteiisch; er ist Organ der Rechtspflege und hat die Interessen seines Auftraggebers zu wahren. Dem Anwalt ist es durch das anwaltliche Berufsrecht und das Strafrecht (Parteiverrat, § 356 StGB) verwehrt, im Scheidungsrecht in derselben Rechtssache beide Parteien zu vertreten oder mal die eine und dann die andere. 

Einvernehmliche Scheidung mit (nur) einem Anwalt erfolgt also in der Weise, dass nur der Antrag stellende Ehegatte von dem beauftragten Anwalt beraten und vertreten wird. Wenn der Mandant damit einverstanden ist, dann der andere Ehegatten bei manchen Besprechungen mit dabei sein. Oft wird aus Kostengründen nur von einem Ehegatten ein Anwalt im Scheidungsrecht beauftragt und die Ehegatten vereinbaren dann untereinander eine Aufteilung der Kosten.


Scheidungsrecht und Versorgungsausgleich

Das deutsche Scheidungsrecht bestimmt, dass grundsätzlich gleichzeitig mit der Scheidung auch der sog. Versorgungsausgleich durchgeführt wird. Die Folgesache Versorgungsausgleich wird in den meisten Fällen von Amts wegen eingeleitet. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine einvernehmliche Scheidung handelt oder nicht.


Was genau ist der Versorgungsausgleich?

Der Versorgungsausgleich soll im Scheidungsrecht zu einer gerechten Verteilung der in der Ehezeit erworbenen Rentenansprüche führen. Weil die Ehe grundsätzlich auf Lebenszeit angelegt ist, muss bei vorzeitiger Beendigung der Versorgungsgemeinschaft ermittelt werden, welche Versorgungsanrechte die Ehegatten in der Ehezeit erworben haben. Schließlich kommt der wirtschaftlich schwächere Ehegatte später im Alter nicht mehr in den Genuss der Rentenzahlung des anderen.


Wie läuft der Versorgungsausgleich ab?

Sofort nach Einreichung des Scheidungsantrages werden die Ehegatten vom Gericht um Auskunft gebeten zu den bisherigen Arbeitgebern, etwaigen Betriebsrenten oder privaten Rentenversicherungen, usw. Hier können Sie den amtlichen Fragebogen herunterladen.

Die Versorgungsträger müssen dann die für den Versorgungsausgleich im Scheidungsrecht wichtigen Berechnungen anfertigen, insbesondere zum sog. Ausgleichswert. Der Versorgungsausgleich wird dann vom Gericht durchgeführt; die Regelung erfolgt im Scheidungsbeschluss, der dann von den Versorgungsträgern umzusetzen ist. 

Grundsätzlich wird bei von jeder Versorgung jeweils der halbe Ehezeitanteil auf den anderen Ehegatten übertragen, egal ob das Anrecht in der gesetzlichen Rentenversicherung besteht oder bei einem öffentlichen Dienstherrn oder in einer privaten Versicherung. Bezüglich geringfügiger Anrechte unterbleibt der Versorgungsausgleich. Weiter gelten Besonderheiten unter anderem bei Vereinbarungen in einem Ehevertrag oder bei einer sehr kurzen Ehe/Lebenspartnerschaft.


Was gibt es noch für Themen im Scheidungsrecht?

Bei einer Scheidung muss häufig auch gemeinsames Vermögen auseinandergesetzt werden, gegebenenfalls auch ein Zugewinnausgleich im Güterrecht ermittelt werden. Denkbar sind auch Regelungen zum Unterhalt eines Ehegatten oder Kindes. Das gilt auch für die einvernehmliche Scheidung, wobei ich für meine Mandanten im Scheidungsrecht versuche möglichst Regelungen zu erreichen, bevor es zu einem Gerichtsverfahren kommt.

Weitere Informationen zum Scheidungsrecht finden Sie auch im Ratgeber auf www.scheidung.org.


Wieso sollte man im Scheidungsrecht zum Fachanwalt vor Ort?

In kaum einem anderen Rechtsgebiet gibt es so viele zusammenhängende Rechtsgebiete wie im Scheidungsrecht. Ein Rechtsanwalt, der Fachanwalt für Familienrecht ist, sollte in diesem hochspezialisierten Rechtsgebiet stets den Überblick behalten und Hinweise geben können, wann welche Schritte erforderlich sind. Weil individuelle Lösungen zu erarbeiten sind, ist ein persönlicher Kontakt vor Ort unersetzlich. 

In einfach gelagerten Fällen biete ich zwar auch eine Online-Scheidung an. Allerdings hat die Online-Scheidung für Mandanten im Scheidungsrecht keine Kostenvorteile. Zudem ist es so, dass auch eine einvernehmliche Scheidung im Einzelfall Stolperfallen haben kann, wenn z.B. ein Ehegatte unbedacht auf Ansprüche verzichtet oder diese nicht zum richtigen Zeitpunkt anspricht. Das gilt insbesondere für den nachehelichen Unterhalt und für Ansprüche, die der Verjährung unterliegen.


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