Rechtsanwalt Dirk Vollmer
-    die digitale Kanzlei für Familienrecht und Erbrecht in Karlsruhe

unterhalt


Spätestens kurz nach der Trennung muss auch das Thema Unterhalt angesprochen werden.

Sowohl beim Kindesunterhalt als auch beim Ehegattenunterhalt geht es darum, schnell mit richtigen Maßnahmen und durch anwaltliche Hilfe zu agieren. Der Berechtigte, der dringend auf Unterhalt angewiesen ist, sollte so früh wie möglich – ggf. noch vor der Trennung – einen Fachanwalt für Familienrecht mit der effektiven Geltendmachung von Unterhalt beauftragen.


Kindesunterhalt

Bei minderjährigen Kindern muss meistens nur derjenige Elternteil Unterhalt zahlen, der nach der Trennung nicht mit dem Kind zusammen wohnt. Dessen Einkommen ist beim Kindesunterhalt maßgebend für den Bedarf, der meist anhand der Düsseldorfer Tabelle ermittelt wird. Der andere Elternteil leistet Unterhalt regelmäßig durch die Pflege und Erziehung des Kindes.

Beim echten Wechselmodell, wenn also beide Elternteile das Kind in exakt gleichem Umfange betreuen, gelten einige Besonderheiten für den Kindesunterhalt und die Verteilung des staatlichen Kindergeldes.


Ehegattenunterhalt

Beim Unterhalt des Ehegatten ist zu unterscheiden zwischen der Phase vor der Scheidung (sog. Trennungsunterhalt) und nach der Scheidung. Unterschiede bestehen nicht nur bei der Dauer und Durchsetzung der Ansprüche, sondern bereits bei der Berechnung.


Trennungsunterhalt

Ab dem Beginn des Getrenntlebens im Rechtssinne („Trennung von Tisch und Bett“) kann der bedürftige Ehegatte grundsätzlich Unterhalt vom anderen Ehegatten verlangen, soweit dieser leistungsfähig ist. Ein etwa gezahlter Kindesunterhalt wird vorweg abgezogen. Bei Erwerbstätigen wird ein Bonus von 10 % abgezogen, damit der Halbteilungsgrundsatz gewahrt bleibt.

Beim Ehegattenunterhalt sind einige Pflichten auf beiden Seiten zu beachten, deren Verletzung Auswirkung auf die Berechnung haben kann, z.B. die sog. Erwerbsobliegenheit. Ein Ehegatte, der bei Trennung gar nicht oder nicht voll gearbeitet hat, muss sich grundsätzlich nach Ablauf des Trennungsjahres um eine Vollzeittätigkeit bemühen. Jedoch nicht, bevor das jüngste von ihm betreute gemeinsame Kind noch keine 3 Jahre alt ist.


Ehegattenunterhalt nach Scheidung

Seit der großen Unterhaltsreform von 2008 gilt für den Unterhalt nach Scheidung grundsätzlich das Prinzip der Eigenverantwortung. Nachehelicher Unterhalt kann nur in Ausnahmefällen verlangt werden.


Betreuungsunterhalt ohne Trauschein

Auch wer nicht verheiratet ist, kann gegen den (Ex)Partner Ansprüche auf Unterhalt haben, und zwar aus Anlass der Geburt eines gemeinsamen Kindes. Gemäß § 1615 l BGB kann die Mutter Unterhalt bereits ab sechs Wochen vor der Geburt verlangen. Der Elternteil, der wegen Kindesbetreuung nicht erwerbstätig sein kann, hat zusätzlich zum Kindesunterhalt Anspruch auf eigenen Unterhalt bis das Kind 3 Jahre alt ist. Dieser Unterhalt ist weitestgehend dem Ehegattenunterhalt in der Form des Betreuungsunterhalts angeglichen.



Vereinbarungen zum Unterhalt

Vereinbarungen zum Ehegattenunterhalt nach der Scheidung müssen, soweit sie vor der Ehescheidung erfolgen, von einem Notar beurkundet werden (Ehevertrag) oder gerichtlich protokolliert werden. 

Vereinbarungen zum Kindesunterhalt und Vereinbarungen zum Trennungsunterhalt sind zwar grundsätzlich formlos möglich, reichen aber nicht aus für den Fall, dass Zahlung ausbleibt. 

Wenn mit der außergerichtlichen Vereinbarung auch die Zwangsvollstreckung möglich sein soll: Vereinbarungen zum Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt sollten mit Vollstreckungsunterwerfung beim Notar beurkundet werden. 

Für den Unterhalt minderjähriger Kinder gibt es die kostenlose Möglichkeit von Unterhaltsverpflichtungsurkunden beim Jugendamt oder beim Notar.


zurück zur Seite Familienrecht

 
 
 
 
E-Mail
Anruf
Karte
Infos
LinkedIn